Der Letzte: Serie Prata

 

24. November 2005

VW verabschiedet sich mit der Kombi Serie Prata vom Luftmotor

Mindestens 80 von 200 Bussen aus dieser Serie sind nach Europa gekommen. England hat den größten Batzen davon bekommen.

"Mit einer limitierten Ausgabe von nur 200 Fahrzeugen, die für Sammler und Liebhaber der Marke sowie VIP-Transportunternehmen bestimmt sind, läutet die Kombi Serie Prata das Ende der Produktion des Luftmotors von Volkswagen do Brasil ein. Der Kombi ist weltweit das letzte Modell, in dem die meisterhafte und effiziente Erfindung von Prof. Porsche verwendet wird. In Brasilien kam der Luftmotor zum ersten Mal 1953 zum Einsatz, als er in den ersten Fusca-Modellen mit CKD  eingebaut worden ist. Im September 1957 wurde der Kombi, bekannt als eines der ersten echten „brasilianischen” Fahrzeuge der Geschichte, mit ihm ausgestattet. Die in der Farbe “Silber Light Metallic” lackierte  Karosserie ist neben den grünen Fenstern und der getönten Windschutzscheibe der größte Unterschied der Kombi Serie Prata. Die Vorderseite, der Grill, die Stoßstange und die Fassungen der Scheinwerfer sind in “Grau Cross” gehalten, wodurch sich diese limitierte Ausgabe garantiert von anderen Fahrzeugen visuell unterscheidet. Die teuerungspfeile sind mit weißen Linsen (Kristall) ausgestattet. Auch die Rückseite hebt sich außer durch die Stoßstange in “Grau Cross” auch durch Nebelleuchten, Heckscheibenheizung und das Logo “Kombi Serie Prata” hervor. Im Innenraum wird die gleiche Aufschrift wieder auf der Instrumententafel, auf der Seite des Geschwindigkeitsmessers, aufgegriffen. Zu den weiteren Änderungen im Innenraum gehören der neue Bezug der Sitzbänke in Vinyl und „Malharia Colméia”, die Verkleidung des Kofferraumdeckels und das Schiebeseitenfenster auf der linken Seite.

Der Motor der Serie Prata ist, wie könnte es auch anders sein, ein  Benzinmotor (elektronische Multipointeinspritzung), 1.584 cm3 groß und mit vier gegenüberliegenden Zylindern ausgestattet. Er hat eine Leistung von 58 PS bei 4.200 U/min und einen maximalen Drehmoment von 11,3 kgFm bei 2.600 Umdrehungen. Der Angebotspreis bei VW-Händlern beträgt für die Kombi Serie Prata R$ 39.200,00. Ab 2006 will Volkswagen den Kombi mit einer neuen Motorisierung auf den Markt bringen.
Geschichte
1986, als bekannt gegeben wurde, dass der Fusca nicht weiter gebaut werden soll, brachten Volkswagen do Brasil und die Werbeagentur Almap eine Mitteilung raus, die in der Geschichte der Werbung einmalig war: “Manchmal besteht der technologische Fortschritt eines Unternehmens nicht darin, was das Unternehmen macht. Sondern darin, was es nicht macht”. Wieder einmal sieht sich Volkswagen mit der Notwendigkeit konfrontiert, einen wirklichen Bestandteil seiner Geschichte zu ersetzen: den Luftmotor. Der Luftmotor – ein Synonym für bewegende Effizienz, mechanische Widerstandsfähigkeit und einfache Wartung, wurde von Prof. Ferdinand Porsche in den 30-er Jahren entwickelt. Die Fahrzeuge von Volkswagen werden nur noch bis Ende dieses Jahres mit diesem Motor ausgestattet. Nur in Brasilien gibt es diesen Motor mit fünf verschiedenen Kubikleistungen (1.200, 1.300, 1.500, 1.600 und 1.700). Es wurden mehr als 6,5 Millionen Fahrzeuge produziert, weltweit mehr als 28 Millionen. Dies entspricht zirka 26 % der insgesamt von Volkswagen in seiner Geschichte hergestellten Fahrzeuge. In Brasilien wurde in den 50-er und 70-er Jahren der VW-Luftmotor sehr erfolgreich in der gesamten Fahrzeugpalette von VW eingebaut. Dazu gehörten Kombi, Fusca, Karmann-Ghia, Karmann-Ghia TC, TL, Sedan 1600, SP-1, SP-2, Brasília, Variant, Variant II. Der Gol und der Saveiro wurden in ihren ersten Produktionsjahren ebenfalls mit dem Luftmotor ausgestattet. Der VW-Luftmotor wurde auf Grund seiner Anwendungsbreite und Zuverlässigkeit in den 70-er Jahren nicht nur in den meisten Fahrzeugen, die außerhalb der Serie hergestellten worden sind, und den nationalen Buggies eingebaut, sondern auch als Schiffsmotor und ultraleichter Tragschrauber. Sogar in Motorrädern kam er zum Einsatz. Er wurde auf Rennstrecken erfolgreich, wie der Formul V und Super-V, und auch mit den unvergesslichen Tourenwagen der 3. Liga. Von 36 PS Leistung bei der ersten in Brasilien produzierten Einheit im Jahr 1957 mit 1,2 Liter Motorhubraum bis hin zu 75 PS mit 1,7 Liter beim SP-2. Bei Starttests auf den wichtigsten Rennstrecken des Landes kann man den starken Luftmotor jedoch auch mit mehr als 700 PS antreffen! Das Ende des Luftmotors von Volkswagen in seiner Meisterhaftigkeit und ewiglichen Boxer-Bauweise mit vier gegenüber liegenden Zylindern lässt ihn nicht Geschichte werden. Er ist schon wahre Geschichte der brasilianischen Automobilindustrie."
"Volkswagen do Brasil  Assuntos Corporativos e Imprensa
Über Volkswagen do Brasil
Volkswagen ist eines der größten Unternehmen mit Privatkapital in Brasilien mit einem Nettoumsatz von R$ 14 Milliarden im Jahr 2004. Seit 1953 in Brasilien verfügt VW über fünf  Fabriken: Anchieta/São Bernardo do Campo (SP), Taubaté (SP), São Carlos (SP), São José  dos Pinhais (PR) und Resende (RJ), neben Tochtergesellschaften in den Bereichen  Finanzdienstleistungen (Bank, Konsortium, Versicherung), Logistik (VW Transport) und  Informationstechnologie (gedas). Produzierte Modelle: Gol, Fox, CrossFox, Parati, Saveiro,  Polo, Polo Sedan, Golf, Audi A3, Santana und Kombi, außerdem Lastkraftwagen und  Omnibusse. VW ist der führende Autobauer in Produktion und Verkauf mit insgesamt 576.726  montierten Einheiten und 106.186 CKD Kits im Jahr 2004. Das Unternehmen ist der  Hauptexporteur der Branche mit 208.595 komplett verschifften Fahrzeugen, einem Umsatz von US$ 1,55 Milliarden und einem  Überschuss von  US$ 1,1 Milliarden im Jahr 2004. In Brasilien beschäftigt VW mehr als 24.000 Personen und  lenkt mit Hilfe der Volkswagen Stiftung ihre Investitionen in soziale Programme."